Die Webseite ist fertiggestellt, abgenommen und online, Dein Kunde ist zufrieden, hat Deine Rechnung bezahlt und soll jetzt mit diesem einfachen CMS arbeiten. Nach kurzer Zeit meldet er sich genervt bei Dir, schimpft über seine Webseite und über Dich, er ist so unzufrieden und gefrustet, denn die Bedienung ist für ihn als Laien alles andere als einfach.

Dabei könnte eine kurze Schulung ihm das nötige Know-How vermitteln, eigenständig kleinere Änderungen an seiner Website vorzunehmen.

Im folgenden habe ich neun Stationen aufgelistet, die meiner Meinung nach in keiner Einführungsschulung fehlen sollten:

1. Website-Tour

Mache mit Deinem Kunden eine kurze Website-Tour und erkläre ihm anhand der eigenen Seite die wichtigsten  Grundbegriffe  wie Header, Footer, Widget usw., für einen WordPress Einsteiger sind das nämlich böhmische Dörfer.

2. WP-Admin Einführung

Zeige Deinem Kunden, wie er sich einloggt, also über welche URL er in den Login-Bereich gelangt, um sich anzumelden und in das Backend zu kommen.

3. WordPress-Tour

Eine WordPress Tour im Backend ist eine wunderbare Gelegenheit das Dashboard und die verschiedenen Menüpunkte wie Design, Plugins, Einstellungen zu erklären. Hier passt auch gut eine Erläuterung zum Unterschied zwischen Beitrag und Seite rein.

4. Erstelle einen neuen Beitrag

Wenn Du zusammen mit Deinem Kunden einen neuen Beitrag erstellst, kannst Du ganz nebenbei auf den WordPress Editor eingehen wie etwa das

  • Schreiben und Formatieren des Textes,
  • das Verwenden von Überschriften,
  • das Einfügen von Listen und Zitaten und
  • das Einfügen von Bildern und anderen Mediendateinen.

Auch die Begriffe Entwurf speichern, Beitragsvorschau, Kategorie, Schlagwort und Veröffentlichen lassen sich anhand eines neuen Beitrages sehr gut erklären, quasi als learning by doing.

5. Bearbeite eine bestehende Seite

Wenn Du eine bestehende Seite öffnest und änderst, sieht Dein Kunde, wie einfach es ist kleinere Änderungen an einer Seite vorzunehmen, wie z.B. Bilder oder andere Medien eingefügt werden können und wie diese Änderungen  im Frontend aussehen. Hier kannst Du dann noch den Begriff Revisionen erläutern.

6. Zeige die unterschiedlichen Menüs der Seite

Viele Anfänger wissen nicht, wo sie ihre Navigation finden, deshalb zeige ihnen die unterschiedlichen Arten von Menüs (Headermenü, Footermenü usw.) und mache sie mit dem Aufbau vertraut. Gehe auch ruhig auf die verschiednen Möglichkeiten ein, ein Menü aus Kategorien oder individuellen Links aufzubauen.

7. Erkläre die Mediabibliothek

Die Mediabibliothek von WordPress sollte jeder Benutzer kennen und verwalten können. Das Hochladen von Medien ist hier ebenso ein wichtiger Punkt wie das komprimieren dieser für das Web. Um Deinem Kunden das Leben zu erleichtern kannst Du im Vorfeld schon ein Plugin wie OptimusWP Smush oder Imagify installieren und die Funktionsweise erklären.

8. Erkläre Google-Analytik anhand eines Statistik-Tools

Jeder Kunde möchte irgendwann gerne wissen, wieviele Besucher seine Seite hat und wie die Seitenaufrufe sich über einen Zeitraum entwickelt haben. Deshalb ist es schön, wenn ein Plugin wie Google Analytic Dashboard, WP Statistics oder Visitor Traffic installiert ist, so läßt sich die Entwicklung anschaulich  zeigen und gleichzeitig kannst Du noch ein paar Dinge zu Google Analytic erklären.

9. Erstelle eine kleines Nachschlagewerk

Ein kleines Nachschlagewerk  ist ein zusätzliches Sahnehäubchen, es muss nicht unbedingt in Papierform oder als Dokument vorliegen, ein kurzes Video ist viel zweckmäßiger, ein kleiner Rettungsanker in der großen WordPress Welt.

Fazit:

Diese neun Punkte helfen Deinem Kunden, WordPress zu verstehen und ersparen Dir einiges an Ärger und Zeit, um Fehler, die gerade am Anfang im Umgang mit WordPress gemacht werden, auszubügeln. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Kunden gerne kleine Änderungen selbst vornehmen und sich so langsam aber sicher mit dem System vertraut machen,  größere Änderungen überlassen sie auch weiterhin lieber den Fachleuten.