Vor ein paar Monaten habe ich ein Projekt betreut, welches nur schleppend vorankam. Der Kunde war unzufrieden, denn er erwartet von mir, dass ich genau weiß, was er will und wovon er spricht. Auch ich war unzufrieden, weil ich nicht vorankam und der Kunde mir nicht die benötigten Informationen und zugesagten Dateien lieferte.

Ich habe daraus gelernt. Bevor ich mir Gedanken über das Design der Seite mache und den ersten Entwurf erstelle, stelle ich meinem Kunden Fragen zu folgende fünf Punkten:

Das Budget:

Dein Angebot ist vom Budget abhängig: möchte der Kunde nur 500,00 € für seine Webseite ausgeben, bekommt er auch nur ein fertiges Theme als Basis und liefert die Texte und bearbeiteten Bilder selbst. Liegt sein Budget bei 10.000,00 €, dann kann er auch eine individuell programmierte Webseite erwarten. Die Frage:”Wie hoch ist Ihr Budget für meine Dienstleistung” ist also die erste Frage, die Du Deinem Kunden stellen solltest.

Die Intension:

Die Frage nach der Intension ist immens wichtig, da Du nur so erfährst, was der Kunde sich von seiner Webseite verspricht und welchen Zweck sie erfüllen soll. Vielleicht möchte er nur ein Portofolio oder eine informative Seite mit Blog, vielleicht sogar einen kompletten Webshop oder einen Mitgliederbereich. Nur wenn Du weißt, was der Kunde sich von seiner Webseite verspricht, kannst Du ihn umfassend beraten und Alternativen anbieten.

Das Angebot des Kunden:

Was macht der Kunde, welche Art von Dienstleistung oder Produkt bietet er an?  Welche Zielgruppe hat er? Wie werden Ihre Kunden auf ihn aufmerksam? Welche Erfahrungen hat er mit dem Onlinemarkt gemacht und welche Firmen sind seine Konkurrenten? Diese und ähnliche Fragen helfen Dir zu verstehen,  wie sein Geschäft funktioniert und wo sein Fokus liegt. Ich versuche mich immer ein klein wenig in das Business des Kunden hineinzuversetzen, es mit seinen Augen zu betrachten.

Begrenzung der Alternativen:

Dein Kunde ist normalerweise kein Webdesigner (sonst hätte er dich wahrscheinlich nicht engagiert), er kann als Nicht-Fachmann keine Entscheidung mögliche Alternativen treffen. Hier bist Du als Experte gefragt, stelle ihm ein bis zwei  Alternativen vor und finde mit ihm gemeinsam ein für ihn praktikable Lösung.

Professionalität:

Bei einem Projekt kommt es immer wieder vor, dass der Kunde Änderungen möchte, die nicht realisierbar sind. Hier gilt es, dies immer klar zu kommunizieren und zu erklären, warum etwas nicht geht oder das Budget sprengt, Du als Webdesigner hast die Erfahrung und das Wissen. Ich habe festgestellt, dass meine Kunden den Rat eines Experten zu schätzen wissen und sie sind dann auch gerne bereit Kompromisse zu schließen die Argumentation stimmt, .

Fazit:

Zu Beginn eines (Web-)Projektes sind diese fünf Punkte wichtig und die Basis für eine gute Zusammenarbeit. Der Kunde weiß, was er von Dir zu welchem Preis bekommt und Du kennst sowohl das Business als auch die Intension des Kunden, Du wirst so zu einem Partner, der dem Kunden hilft seine Ideen umzusetzen.

P.S.: Das eingangs beschriebene Projekt haben wir nicht gemeinsam beendet, wir haben uns einvernehmlich getrennt und ich habe meine erbrachte Leistung honoriert bekommen.