Spätestens seit dem Bestseller Die 4-Stunden-Woche von Timothy Ferriss ist  “passives Einkommen”  nicht nur das Ziel vieler  Internetunternehmen, es ist auch der Anlass ein solches zu gründen.

Die Idee dahinter ist verlockend: basierend auf einer guten Geschäftsidee generieren Sie 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche ein Einkommen ohne großartig Zeit zu investieren und dieses passive Einkommen ist dazu noch beliebig steigerungsfähig (skalierbar).

Jeder Immobilienbesitzer und Aktionär hat  passives Einkommen,  sie lassen das Geld für sich arbeiten und leben im Idealfall von den Erträgen. Das Zeitalter der Digitalisierung und des Internets ermöglicht es auch Menschen mit kleinem Budget ein passives Einkommen zu erzeugen, der Kundenkreis ist riesig und Prozesse können automatisiert werden. Heutzutage läßt sich  z.B. durch:

  • Tantiemen als Buchautor von E-Books,
  • das einmalige Erstellen eines Webinars zu einem Produkt oder einem interessanten Sachverhalt mit dem Ziel etwas zu verkaufen,
  • Lizenzgebühren für Software  oder anderen digitalen Produkten,
  • die Provision für das Empfehlen  einer neuartige Marketingidee oder ein bestehendes erfolgreiches Geschäftsmodell (Network Marketing),
  • Werbeeinnahmen und Affiliate-Marketing  auf einem Blog oder einer Webseite.

passives Einkommen generieren.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass viele Menschen von zuhause aus, während des Studiums oder neben ihrem Hauptberuf versuchen ein passives Einkommen zu erzeugen, mit dem Ziel unabhängig und frei zu sein, um ihrem Traum von ein selbstbestimmtes  Leben ein Stück näher kommen zu können. Nur warum gelingt es so wenigen von ihrem passiven Einkommen zu leben oder sogar ein Vermögen aufzubauen? Gelegenheiten und potentielle Kunden scheint es ja genug zu geben.

Der Hauptgrund hierfür ist, dass viele zu früh aufgeben. Gerade am Anfang des Projektes arbeiten Sie besonders hart und lange, um Quellen für Ihr passives Einkommen zu erschließen und auszubauen. Sie benötigen Mut und Durchhaltevermögen, eine Durststrecke ist vorprogrammiert, denn auch ein  passives Einkommen läßt sich nicht mal eben nebenbei generieren.

Auch ändert sich der Markt ständig, die gute Idee von gestern kann morgen schon ein Ladenhüter sein.Flexibilität ist wichtig, vielleicht müssen Sie nochmal ganz von vorne anfangen, das kostet Zeit, Geld und Energie.

Die sozialen Netze sind voll von Gruppen, die sich über dieses Thema austauschen –  nur gibt es da draußen tatsächlich  so viele potentielle Kunden, die genau an meinem Webinar, Ebook oder App Interesse haben und dafür bezahlen?

Oder ist das Ganze lediglich ein gutes Geschäft für die ganzen Autoren und Seminaranbieter, die auf den Zug “passives Einkommen” aufgesprungen sind und durch Ratgeber und Kurse verdienen (wollen)? Gehört es heute vielleicht auch einfach nur zum guten Ton bei der Gründung eines Onlinebusiness immer auch “passives Einkommen” generieren zu wollen?

Ich möchte die Idee “passives Einkommen” nicht verteufeln, im Gegenteil, ich finde es toll wenn Menschen Ideen haben und Eigeninitiative zeigen, wir brauchen Leute, die Neues wagen. Wir sollten bei der ganzen Euphorie jedoch nicht vergessen, dass jede Art von Selbstständigkeit zunächst  einmal viel Arbeit und wenig Geld bedeutet. Daher ist es wichtig, dass wir etwas tuen, was wir können, von dem wir auch morgen noch überzeugt sind, etwas, was uns auf Dauer erfüllt. Geld verdient sich nicht im Schlaf und ohne Fleiß und Biss ist Selbstständigkeit bzw. passives Einkommen nicht möglich.