Anfang des Jahres bin ich über den Gutenberg-Editor gestolpert, ehrlich gesagt hatte ich bis dahin keine Ahnung, dass für WordPress ein neuer Editor entwickelt wird und in der Beta-Version getestet werden kann. Dieser neue Editor, der bislang als Plugin  vorliegt soll den in die Jahre gekommenen TinyMCE Editor ersetzen und wird mit WordPress 5.0 wahrscheinlich im April 2018 als Standardeditor ausgeliefert werden.

Allen Warnungen zum Trotz habe ich den Editor in meinem Live-System installiert und bisher auch keine Probleme gehabt. Das soll jetzt kein Aufruf dazu sein, es mit gleich zu tuen, es gibt eine Demo-Version unter Frontenberg, wo Du alle neuen Funktionen testen kannst, ein ausführliches Manual findest Du  unter Gutenberg Handbook

Was ist der Gutenberg-Editor

In Anlehnung an den Erfinder des Bruchdrucks läuten die Entwickler des Gutenbergprojektes eine neue WordPress-Ära ein, für jeden Entwickler ist es daher eine Pflicht, das Projekt mitzuverfolgen, denn in Zukunft werden nicht nur Beiträge und Seiten sondern auch komplette Webseiten mit diesem Editor erstellt. Entwickelt und modifiziert wird der Editor auf Github, Neuerungen und Meilensteine findest Du unter Make Blog auf WordPress.org und bei den regelmäßigen Slack Meetings kannst Du die Diskussionen zu diesem Editor verfolgen. Ich möchte hier nicht auf die Bedienung eingehen, Ellen hat diese sehr schön auf YouTube beschrieben und auch Thomas Weichselbaumer berichtet darüber ausführlich in seinem Blog, ich schildere hier lediglich meinen Eindruck: Der TinyMCE Editor ist sicherlich in die Jahre gekommen, benutzerfreundlich oder gar chic war er nie, er erfüllte seinen Zweck. Mich hat genervt, dass er im Textmodus nicht alle HTML Auszeichungen anzeigten und Eingaben, die ich im Textmodus mache, gehen beim Umschalten in den visuellen Editor verloren. Kein Wunder also, dass gerade Anfänger gerne auf Page Builder Plugins zurückgreifen, um Seiten und Beiträge mit ansprechenden Design zu erstellen. Mit dem Gutenberg-Editor wird das Schreiben von Beiträgen und das Erstellen von Seiten stark vereinfacht, er arbeiten mit Blöcken, die in ähnlicher Form bei Medium zu finden sind. Die Idee dahinter ist dem Blogger ein ablenkungsfreies Schreiben zu ermöglichen. Alles was ablenken könnte, ist entweder nicht da oder kann mit einem Klick ein- bzw. ausgeschaltet. Tabellen lassen sich direkt erstellen und Videos oder Bilder schnell einfügen. Ebenso ist die Anbindung an Social Media hervorragend und Du hast die Möglichkeit ein Widget in einen Beitrag einzubauen.

Gutenberg und kommerzielle PageBuilder

Kommerzielle PageBuilder wie der Visual Composer bekommen mit dem Gutenber-Editor eine ernstzunehmende Konkurrenz, sie werden sich anstrengen müssen um keine Marktanteile zu verlieren, denn Gutenberg ist OpenSource und damit frei für den Anwender.

Fazit:

Das Gutenberg-Projekt ist ein Schritt in die Zukunft, die Bedienung des Editors ist intuitiv, auch Anfänger lernen schnell mit ihm umzugehen, das Augenmerk wird wieder auf das ablenkungsfrei Schreiben gelegt. Langfristig wird der Gutenberg-Editor sich zu einem besseren Ersatz des bestehend Editors mausern und bei den Bloggern durchsetzen.