Seitdem ich lesen kann, begleiten mich Bücher, sie sind mein Rückzugsort, finden die Worte die mir fehlen – ich kann und will ohne sie nicht sein. Ich lese so ziemlich alles, was mich anlacht, je nach Befinden können das Fach- und Sachbücher, Krimis, Klassiker und gute Romane sein, nur Schund lass ich nicht rein.

Bis vor kurzem war ich Mitglied in verschiedenen Bibliotheken, habe gebrauchten wie neuen Lesestoff gekauft, einmal gelesen wieder verkauft und war der Meinung, dass nur ein richtiges Buch auch Lesegenuss ist.

Einem geschenkten Gaul…

Im April wurde mein Zeh operiert, ich war für Wochen ans Haus gefesselt und mein Büchervorrat ging langsam zur Neige. Zu den Schmerzen kam auch noch schlechte Laune, ich benötige mindestens zwei Exemplare in Reserve, um ruhig schlafen zu können.

Mein Liebster, genervt von meinen Launen, schenkte mir einen Amazon Kindle paperwhite und damit eine fast unendliche Auswahl an Lesestoff.

Das kleine Ding ist handlich und leicht, mit seiner hohen Auflösung kommt es dem gedruckten Buch sehr nahe, selbst im Garten bei Sonne. Und abends im Bett kann ich lesen, ohne den Liebsten zu stören – ich benötige ja kein Licht.

Auch die riesige Leihbibliothek (Kindle Unlimited) mit vielen, insbesondere englischsprachigen Büchern ist brauchbar.

Und mit der Kindle-App kann ich auf verschiedenen Geräten (Smartphone, MacBook usw.) an der Stelle im Buch weiterlesen, wo ich zuletzt aufgehört habe.

Als Informatikerin hat mich  jedoch von Anfang an gestört, dass es sich um ein geschlossenes System handelt, ich kann nur  ebooks von Amazon gelesen werden.

…kann man auch wieder verkaufen

Nach mehr als einem halben Jahr bin ich immer noch von Ebooks begeistert, insbesondere die Verlinkungen ins Web sind für mich eine Bereicherung, ich halte sie für den zeitgemäßen Ersatz des gedruckten Buches. Da sie auch noch zur Reduzierung meines Hausstandes beitragen, kaufe ich nur dann ein gedrucktes Buch, wenn es als Ebook nicht vorliegt.

Von dem Kindle selbst bin ich nicht mehr begeistert, ich mag kein geschlossenes System von Amazon mein Eigen nennen. Natürlich ist es super bequem, Vorschläge von Amazon zu bekommen und diese dann zu leihen bzw. zu kaufen, ich möchte jedoch nicht aufgrund eines Algorithmus in eine bestimmt Schublade gesteckt werden, ich möchte unberechenbar bleiben und informiere mich gerne selbst im Netz oder in Buchläden über lesenswerte Literatur.

Nur alles was nicht im Kindleformat ist kann ich mit dem Gerät nicht lesen, eine Ausleihe bei meiner „echten“ Leihbibliothek ist nicht möglich.

Amazon wirbt mit der Konzentration auf das Wesentliche, also das reine Lesen. Dem eigentliche Vorteil von Ebooks, der Verlinkungen ins Netz wird der mitgelieferte Beta-Browser nicht gerecht, er ist einfach nur beta.  Und Farbfotos werde nur in Graustufen dargestellt, ein echtes Manko bei Sachbüchern.

Ein weiterer Aspekt der für mich gegen Kindle spricht ist die Tatsache, dass ich möglichst wenig bei Amazon bestellen möchte, ich will kein gläserner Kunde sein, bei mir bekommen kleinere Shops auch eine Chance.

Deshalb wird das Gerät gegen ein Tablet ausgetauscht, wahrscheinlich ein iPad mini – jaja ich weiß…

… und zum Schluß

möchte ich Euch nicht vorenthalten, was ich gerade lese:

14.12.2016 Nachtrag

Gestern hat mein Kindle sich verabschiedet, er läßt sich nicht mehr aufladen.
Amazon nimmt in zurück und schickt mir einen neuen Reader – toller Service! Das Gerät wird trotzdem verkauft.