Die Freude ist groß bei dem Satz: “Sie haben den Auftrag für dieses Projekt!” und Du als freiberuflicher Webentwickler startest gleich voller Elan durch, dabei gibt es weder eine genaue Projektdefinition noch ein Pflichtenheft und keinen genauen Fertigstellungszeitraum. Irgendwann, meist zum Ende hin, gibt es Probleme,  Erwartungen nicht erfüllt oder Rechnungen nicht bezahlt wurden, eine für beide Seiten unbefriedigende Situation, mühsam gehen beide Seiten wieder aufeinander zu oder eine Seite steigt komplett aus, beides kostet Zeit und Nerven.

Muss ich als Freelancer also Verträge für meine Projekte schreiben?

Meine klare Antwort darauf ist: “Ja”, denn obige Situation habe ich gerade bei meinen ersten Projekten erlebt, ich war der Meinung, dass ich diesen ganzen juristischen Kram nicht brauche. Heute weiß ich, dass ich als freiberufliche Webentwicklerin genauso wie jeder andere Verkäufer oder Dienstleister  einen Vertrag brauche.

Was ist den überhaupt ein Vertrag? Vereinfacht gesagt ist ein Vertrag eine Abmachung zwischen Dir und Deinem Kunden über die zu leistende Arbeit und die Höhe der Zahlung hierfür. Verträge bieten gegenseitigen Schutz, es werden hier zwei Versprechen schriftlich fixiert:

  • der Freelancer verspricht eine vorher definierte Leistung für den Kunden zu erbringen und
  • der Kunde verspricht diese erbrachte Leistung zu bezahlen.

Der Dienstleistungsvertrag zwischen Webentwickler und Kunde

Wichtige Aspekte eines Dienstleistungsvertrags:

  • Projekt mit geordneter Struktur muss gegeben sein,
  • Arbeitsschritte sollten sauber dokumentiert werden,
  • Ansprechpartner müssen festgehalten werden,
  • Nutzungsrechte des Produkts müssen klar geregelt werden,
  • Zukünftige Änderungen / Anpassungen der Website müssen besprochen sein,
  • Problembeseitigung und die Haftungsfrage müssen geregelt werden.

Quelle: Ralph Günther

Wichtige Bestandteile eines  (Webentwickeler-) Dienstleistungsvertrags:

  • Firmenname und Vertreter der Vertragspartner
  • Vertragsgegenstand (Name und Beschreibung des Projekts)
  • Anfangs- und Endtermin
  • genaue Leistungsbeschreibung des Auftragnehmers (z.B. Entwicklung und Erstellung einer Webseite)
  • genaue Leistungsbeschreibung des Auftraggebers (z.B. Inhalte wie Bilder, Texte und Abnahme der Leistung)
  • Vergütung und Zahlungsmodalitäten (z.B. Stundensatz, Vergütung von Mehraufwand, Abschlagszahlungen)
  • Quellcode, Weiterentwicklung, Nutzungsrechte, Namen- und Kennzeichnungsrechte
  • Mängel (z.B. Form der Mängelanzeige seitens des Auftraggebers)
  • Haftung/Garantien (z.B. verspricht der Auftragnehmer durch seine Arbeit nicht bewusst Gesetze übertreten zu haben)
  • Geheimhaltung/Datenschutz
  • Milestones (Fertigstellungstermine)
  • Eigentumsrecht (Copyright nach getaner Arbeit)
  • Kündigung (seitens des Auftragnehmers oder -gebers sowie deren Form)

Einen Mustervertrag für Webentwickler zum kostenlosen Download findest Du bei der Kanzlei Härting.

Auch Verträge sollten ein “Verfallsdatum” haben:

Gib dem Kunden eine Frist vor, bis zu der er den Vertrag unterschrieben an Dich zurückgibt, denn nur so ist für Dich eine Zeitplanung möglich, in der Du die Leistung zu dem festgeschriebenen Preis erbringen kannst.

Gestalte Deine Verträge projektbezogen:

Ein Vertrag für einen Backup-Service einer Webseite sieht sicherlich anders aus als der für das Erstellen einer neuen Webseite. Jeder Vertrag hat zwar bestimmte Elemente wie Termine und Zahlungsmodalitäten, jedoch kann ersterer eventuell weniger formell sein.

 Fazit:

Basis eines jeden Webprojektes sollte ein individuell formulierter Vertrag sein, der genau Rechte und Pflichten beider Seiten sowie Termine und Zahlungsmodalitäten beinhaltet, er erspart Dir und Deinem Kunden Ärger und Zeit.

Weitere Musterverträge der auf Internet- und Medienrecht spezialisierte Kanzlei Härting findest Du hier zum kostenlosen Download.